2012
Reges Vereinsleben, höhere Beiträge und Jubiläum steht bevor
Jahreshauptversammlung beim TSV Waging – Solide Finanzen trotz steigender Ausgaben
Waging am See. Eine Erhöhung des Beitrags, eine Modernisierung der Satzung und die Ehrung Dutzender treuer Mitglieder waren die wesentlichen Punkte bei der Jahreshauptversammlung des TSV Waging, der aktuell 1547 Mitglieder aufzuweisen hat. Alina Hofmann (Turnen/Skifahren) sowie die Judoka Christina und Lisa Frank sind dabei als beste Jugendsportler des TSV ausgezeichnet worden. Schon jetzt wirft die Feier des 125-jährigen Bestehens im kommenden Jahr ihre Schatten voraus; ein Festausschuss unter Leitung des zweiten Vorsitzenden Helmut Bauer hat bereits zu arbeiten begonnen.
Vorsitzender Beppo Hofmann verteilte zu Beginn seiner gut einstündigen Rede einen Rundum-Dank an alle, die sich für den Verein einsetzen, darunter die stolze Anzahl von 39 Übungsleitern, und an die Aktiven des Vereins. 703 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene (von 18 bis 26 Jahren) treiben im Verein Sport. Nach etlichen Jahren mit jeweils einem leichten Mitgliederrückgang habe der Verein jetzt wieder den Stand von 2006 erreicht.
In den Abteilungen werde gut gehaushaltet, lobte Hofmann. Die finanzielle Gesamtlage sei zufriedenstellend, der Verein stehe auf einem wirklich guten Fundament. Vom Verein aus seien viele kleinere Veranstaltungen organisiert worden, was auch in Zukunft geplant sei: Teilnahme am Faschingszug und Adventsmarkt, Après-Ski-Party, Turnveranstaltungen, Oktoberparty der Fußballer, Turniere. Man versuche, aus solchen Veranstaltungen mit weniger Aufwand etwas herauszuholen, auch wenn es nicht die großen Beträge seien. Die Großveranstaltung Stadionfest habe jetzt bereits zwei Mal wegen schlechten Wetters ausfallen müssen, und er glaube auch nicht, dass es ein Stadionfest 2012 geben werde; denn Aufwand und Risiko seien zu groß. Die Erlöse aus den Veranstaltungen kommen unter anderem den beiden Vereinsbussen zugute, die „ein nicht mehr wegzudenkender Luxus“ seien. Ein Problem werde allerdings allmählich der Dieselpreis.
Weil es dazu offenbar Kritik oder Missverständnisse gegeben hat, stellte Hofmann deutlich fest, dass sich der TSV Waging mit 1500 Euro in die GmbH der Skilift-Unternberg-Betreiber eingekauft habe. Veranlasst und finanziert worden sei dies aber allein von der Skiabteilung. Hofmann betonte, dass die Miete für die Skipiste, um dort trainieren zu können, ansonsten ebenfalls 1500 Euro gekostet hätte,. So aber könne man ein bisschen bei der GmbH mitreden und alle Aktiven des Vereins konnten zu den vergünstigten Konditionen am Unternberg Skifahren.
2013 werde das 125-jährige Bestehen gefeiert. Dem dazu eingerichteten Festausschuss unter Leitung von Festleiter Helmut Bauer gehören an: Christian und Willi Reiter, Markus Hauber und Manfred Strasser. Der Vorsitzende appellierte an alle Abteilungen, die geplanten Veranstaltungen auch wirklich abzuhalten, vielleicht noch die eine oder andere dazu, um an den sportlichen Erfolgen der Abteilungen zu arbeiten und den Namen des TSV nach draußen zu tragen. Neu belebt werde eventuell die Abteilung Triathlon, und in der Skiabteilung gebe es eine aktuelle Anfrage in Richtung nordisch: Vielleicht könne eine Unterabteilung Langlauf gegründet werden.
Die Satzungsänderung wurde ohne weitere Diskussion abgesegnet. Sie sei in manchen Punkten nicht mehr ganz zeitgemäß gewesen, sagte Hofmann dazu. So würden etwa D-Mark-Beträge umgeschrieben oder der Verfügungsbetrag für den Vorstand angehoben.
Kassier Simon Geierstanger hatte bei einem Jahresumsatz von rund 140.000 Euro bilanztechnisch ein Minus von 13.900 Euro zu vermelden, das sich aber – ohne die Abschreibungen - auf einen Überschuss von 300 Euro relativiere. 4000 Euro an Schulden seien abgebaut und ein „halber Skilift gekauft“ worden, witzelte Geierstanger, von daher schaue es gar nicht so schlecht aus. 5000 Euro mehr haben die Vereinsbusse gekostet, durch Reparaturen und gestiegene Betriebskosten. Dabei betonte der Kassier, dass die Mitgliedsbeiträge nur die laufenden Kosten deckten. Der Trainings- und Wettkampfbetrieb finanziere sich durch Veranstaltungen und Sponsoren - ohne sie wäre der Betrieb nicht aufrecht zu erhalten. Der Verein sei liquide, auch für Notfälle gerüstet, ohne dass aber große Rücklagen gebildet werden könnten.
Einstimmig wurden daraufhin die Beiträge erhöht. Hier gebe, so betonte Vorsitzender Beppo Hofmann, der BLSV eine entsprechende Vorgabe, so dass man nicht aus könne. Und Kassier Geierstanger fügte an, dass man den Beitrag auch wegen der gestiegenen Kosten hätte erhöhen müssen. Damit steigt der Mitgliedsbeitrag für Erwachsene von 42 auf 50 Euro, der Familienbeitrag von bisher 84 auf 100 Euro, der ermäßigte Beitrag, der bisher gestaffelt war, steigt jetzt einheitlich auf 30 Euro an und der Passivbeitrag für fördernde Mitglied liegt auch weiterhin bei 25 Euro.
Bürgermeister Herbert Häusl hob das große Angebot des TSV für Jung und Alt hervor, das das ganze Jahr über ein attraktives Programm beinhalte, und lobte die enormen ehrenamtlichen Leistungen im Verein. Es gebe wohl kaum einen anderen Verein, der Kinder und Jugendliche mehr an sich binden kann – das sei eine ganz wichtige gesellschaftliche Aufgabe.
Eine Ehrung gab es für Christa Heigl: Für ihr langjähriges Engagement unter anderem in Leichtathletik, Turnen, Seniorenturnen, Abteilungsleitung und bei der Organisation des Straßenlaufs wurde ihr die BLSV-Verdienstnadel in Gold mit Kranz verliehen. Dann wurde eine Reihe von Mitgliedern für langjährige Treue zum Verein ausgezeichnet: für 60 Jahre Hans Parzinger, Helmut Fimberger und Alois Wölkhammer, für 50 Jahre Franz Tanner, Alois Zopf, Karl Danzl und Horst Kirchner. Für 40 Jahre als aktiver Schiedsrichter, die letzten zehn Jahre für den TSV wurde Kurt Pirner geehrt. he
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Jahresbericht in hoher Auflösung (7MB)>>
Die Abteilungen
Skiabteilung und Snowboard:
Beppo Hofmann berichtete über ein „sportlich wie veranstaltungstechnisch sehr erfolgreiches Jahr“. Zwei Skikurse zu je drei Tagen mit fast 130 Kindern wurden angeboten, Skibasar und vor allem die von der Abteilung ausgerichtete 5. Mühlberger Waldweihnacht mit 2000 Besuchern waren schöne Erfolge. Das sehr aktive alpine Rennteam – über 30 Kinder im Trainingsbetrieb, reger Zulauf auch von den Nachbarvereinen – hat an 23 Rennen teilgenommen, bei denen es viele Top-Platzierungen gab. Auch mannschaftlich sei einiges erreicht worden: Der Genocup und der Nordcup in der Mannschaftswertung wurde gewonnen, vier Skiläufer hatten sich für den deutschen Schülercup qualifiziert: „Das gab’s in Waging noch nie“ – und Alina Hofmann wurde dabei Fünfte.
Fußball
Stefan Hinterreiter berichtete, bei den Fußballern sei man letztes Jahr noch zuversichtlich gewesen, den Klassenerhalt zu schaffen: „Hat aber nicht sein sollen.“ Bedauerlich sei auch, dass die zweite Mannschaft den Aufstieg nicht geschafft habe. In der Kreisliga sei die erste Mannschaft nach dem Trainerwechsel sehr gut gestartet, dann sei es aber plötzlich nicht mehr so gut gelaufen. Besser laufe es bei der zweiten Mannschaft, die vielleicht sogar noch Meister werden könnte.
Fußball Junioren
Es sei nicht in jedem Verein selbstverständlich, dass so junge Leute, die teilweise noch selber spielen oder grad aufgehört haben, als Jugendtrainer tätig sind, lobte Abteilungsleiter Andi Nominacher. So habe man beim TSV ein junges engagiertes Trainerteam, und mit einer qualifizierten Fußballausbildung sei man auf einem ganz gutem Weg. Bei einem Fußballstammtisch gebe es regelmäßigen monatlichen Austausch: „Wir haben noch einiges vor mit der Fußballjugend.“ Für die kommende Saison stehe - wie bei vielen anderen Vereinen auch - eine Fusion an: Mit dem TSV Petting habe man einen Partner gefunden, „der sehr gut zu uns passt.“ So werde jetzt für den gesamten Großfeldbereich eine Spielgemeinschaft gegründet, und man wolle die Ausbildung auch mit externen Lehrern vorantreiben. Geplant sind wieder einige Turniere „und richtige Kracher für das nächste Jahr“, das Jubiläumsjahr des TSV.
Turnen:
Simone Kronbichler berichtete über ein sensationelles Jahr für die Waginger Turnmädels mit den bayerischen Vizemeistertiteln für Alina Hofmann und die Jugendturnerinnen der AB-Mannschaft. Größte Erfolge seien bei der Gaueinzelmeisterschaft erzielt worden: In allen gestarteten Klassen haben Waginger Sportler gewonnen. Auch beim Gaukinder- und Jugendturnfest seien fleißig Pokale gesammelt worden. Bei der Gaumannschaftsmeisterschaft gab es für die fünf Teams vier Siege und einen dritten Platz, Beim Regionalentscheid Ober- und Niederbayern sind die beiden Waginger Mannschaften Erste geworden. Neben diesen Spitzenleistungen gebe es in der Abteilung viele weitere sehr aktive Gruppen: Mutter-Kind- und Kindergartenturnen, Mädchen- und Leistungsturnen, zwei Damen- und eine Herrengymnastik, und ganz neu eine Hip-Hop-Gruppe mit eigenen Auftritten.
Breitensport:
Evi Seifert berichtete über eine große Vielfalt: Einradfahrer, Rückenfit, Nordic Walking, Radfahrer. Bei den Einradfahrern habe sich die erfolgreiche Gruppe aufgelöst, 15 haben jetzt wieder neu angefangen. Die Radler haben mit 28 Touren eine sehr umfangreiche Saison hinter sich, bei einer Riesenbeteiligung von teils über 20 Mountainbikern. Bei Rückenfit trafen sich um die 20 Teilnehmer im Frühjahr und Herbst, Nordic Walking ist jetzt wieder los gegangen, auch der Lauftreff von Hans Kern startet jetzt wieder.
Judoabteilung:
Laut stelv. Abteilungsleiter Tony Richter war die Judoabteilung, die jetzt zehn Jahre beim Verein ist, so aktiv wie nie. Das Zehnjährige soll übrigens mit großen Wettkämpfen gefeiert werden. Weil alle Gruppen so voll belegt waren, hätten sogar Interessenten abgelehnt werden müssen. Daher will Richter künftig die etwas älteren Sportler ins Training als Assistenten mit einbeziehen und dafür Fortbildungen anbieten. Waginger Judoka sind bei der Bezirksliga-Mannschaft des TuS Traunreut dabei, und zusammen mit den Traunreutern und dem AC Reichenhall gibt es eine Jugendliga-Mannschaft. Beim Landkreisturnier gab es bei elf Teilnehmern einen 6. Platz. Höhepunkt war der Titel der bayerischen Katameisterschaft U18 für Christina und Lisa Frank, die dann bei der Deutschen Meisterschaft Zehnte wurden. Für die Jugendlichen wurde auch geselliges Programm geboten, wie Richter informierte. Ein Highlight war die Teilnahme am Weihnachtsturnen mit viel Spaß und der Möglichkeit, sich einmal vor dem gesamten Verein zu präsentieren.
Tischtennis:
Hias Hösle berichtete von zwei neuen Mannschaften: Bambini und 2. Jugendmannschaft. Die 1. Jugend liege im Mittelfeld. Bei den Senioren habe es viele Verletzungen gegeben, wovon besonders die 2. Herrenmannschaft besonders betroffen sei, die deswegen gegen den Abstieg spielen müsse. Eine außergewöhnliche Leistung habe die Damenpokalmannschaft mit dem Gewinn des bayerischen Pokals und der deutschen Vizemeisterschaft erbracht - den größten Erfolg der Tischtennis-Geschichte beim TSV Waging. Die Gemeindemeisterschaft sei mit 53 Startern wieder recht gut besucht gewesen. Die Jüngsten haben bei der Kreisminimeisterschaft drei Titel geholt.
Leichtathletik
Laut Simon Geierstanger war die Abteilung recht erfolgreich: Rosalinde Häusl holte im Erwachsenen- und Juniorenbereich gute Plätze und wurde 3. bei der bayerischen Meisterschaft. Sigrun Häusl wurde erstmals Zweite bei der oberbayerischen Meisterschaft, Die A-Schüler seien bei oberbayerischen und südostbayerischen Meisterschaften vorne dabei. Drei Veranstaltungen wurden organisiert: der Halbmarathon mit über 450 Teilnehmern, der Straßenlauf und der Hallencup im Chiemgau-Leichtathletik-Mehrkampf. Abschließend beklagte Geierstanger den „desolatem Zustand der Tartanbahn“, die so nicht mehr wettbewerbsfähig sei.
Jugendleitung:
Tine Mayer berichtete von zwei Ferienprogramm-Angeboten im Hochseilgarten und auf der Teisendorfer Hütte in Zusammenarbeit mit Jugendpflegerin Michaela Weber. Und es gab auch einen Rodelausflug. Die Jugendleitung hat am BLSV-Jugendtag, am Gemeindejugendleitertreffen und an der Jugendversammlung teilgenommen, bei der die Jugendleitung neu gewählt wurde: Stellvertreter sind jetzt Julia Unterrainer, Sofia Eder und Laura Schäfer.
2011
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